Geschichte des Bunkers

Der Bunker wurde als Schutzbauwerk für den Gefechtsstand der 41. Flugabwehrraketenbrigade (Fla-Raketenrigade) Kommandos Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der Nationalen Volksarmee errichtet. Diese hatte die Aufgabe, den Luftraum um Berlin zu verteidigen.

Hier wurde die Luftlage für die 41. Fla.-Raketenbrigade dargestellt und von hier aus wurden die 10 Flugabwehrraketenabteilungen, die sich im Umkreis von Berlin befanden, befehligt. Im Verteidigungsfall, im Falle eines Krieges, konnten 4 zusätzlich Flugabwehrraketenabteilungen aus der Mobilmachungsreserve aufgestellt werden.

Ursprünglich wurde in Ladeburg 1959 das Flakregeiment 16 / später Flugabwehrraketenregeiment 16 aufgestellt. In Folge der geschichtlichen Entwicklung des Kalten Krieges wurde 1984 das Fla.-Raketenregemient 16 zur 41. Fla.-Rraketenbrigade ausgebaut. Es kamen mehr Personal, modernere Technik und weitere Flugabwehrraketenstellungen zur Struktur des Regiments hinzu. Für die gestiegenen Anforderungen wurde auch ein neues Bauwerk für Gefechtsstand benötigt.

Der Bunker sollte die Besatzung und die Technik vor den Wirkungen von konventionellen, chemischen, biologischen und Kernwaffen schützen sowie einen von der Außenwelt unabhängigen Betrieb des Gefechtsstandes gewährleisten. So befanden sich im Bunker neben den Arbeits- und Nachrichtenräumen auch eine große Anzahl technischer Betriebsräume, um das Bauwerk zu betreiben.

Der Bunker verfügte beispielsweise über ein Schleusensystem, eine Filter- und Klimaanlage für die Frischluft, eine eigene Wasserversorgung mit Tiefbrunnen, eine Netzersatzanlage (NEA) für eine unabhängige Energieversorgung sowie eine Küche und Ruheräume.

An zwei Seiten des Bunkers sind geschützte erdüberdeckte Garagen angebaut, in denen sich die mobile Technik (LKW-Anhänger und Sattelauflieger) für den Gefechtsstand befanden.

Nach Fertigstellung nahm das Bauwerk 1986 seinen Betrieb auf. Ab jetzt wurde 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche darin gearbeitet.

Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde aus der 41. Fla.-Raketenbrigade der NVA  das Fla.-Raketengeschwader 52 der Bundeswehr. Jedoch nach dem Ende des Kalten Krieges und der fehlenden Bedrohung verlor der Standort Ladeburg und somit auch der Gefechtsstand seine Bedeutung. So wurde der Gefechtsstand nicht mehr rund um die Uhr betrieben. Die einzelnen Standorte der Brigade / des Geschwaders wurden aufgelöst und schließlich 1993 auch der Bunker außer Dienst gestellt. Anschließend erfolgte ein Rückbau der technischen Einrichtung und der Verschluss des Bauwerkes.

Zum Bau

Errichtet wurde der Bunker zwischen 1982 – 1986 durch das Ingenieurbauregiment 2 (IBR-2 ) in Albertshof. Er wurde in einer offenen Baugrube monolitisch betoniert. Die Baukosten betrugen etwa 18 Mio. Mark der DDR.

Die Baugrube hatte eine Größe von ca. 100 x 100 m und war etwa 15 m tief. In der Baugrube wurden zahlreiche Betonplatten verlegt, damit man im vorhandenen lehmigen Untergrund mit schwerer Technik arbeiten konnte.

Damit jede Stelle in der Baugrube problemlos erreicht werden konnte, wurden zwei Turmdrehkräne aufgebaut. Ihre Ausleger trafen sich knapp mittig über dem Bauwerk.

Maße, gerundet:

  • Bunker: 30 x 35 m, mit Garagen ca. 70 x 70 m
  • Bruttofläche Bunker: 2500 m², mit Garagenanbauten 5400 m²
  • Nettofläche Bunker: 1500 m²
  • Räume: ca. 70

Wand-/Deckenstärken:

  • Außenwand: ca 60 cm
  • Zwischendecke: 50cm
  • Bodenplatte: 120 cm
  • Decke mit Zerschellschicht: 375 cm + 50 cm Erdüberschüttung

In der Bauphase verlief nicht immer alles „glatt“. Es kam vor, daß beim Gießen der Außenwand schon mal die Schalung nachgab. Das bedeutet, der Beton wurde in die Schalung hinein gegossen und trat durch mangelhafte Schalung unten wieder hinaus. An einigen Stellen ist die Außenwand also um einige Zentimeter dicker.